Verordnung (EU) 2024/1689

Der EU AI Act — was Arbeitgeber jetzt wissen müssen.

Die europäische KI-Verordnung ist am 1. August 2024 in Kraft getreten. Erste Pflichten gelten bereits — dazu zählt insbesondere Artikel 4 zur KI-Kompetenz („AI Literacy"). Dieser Leitfaden erklärt verständlich, welche Regeln für mittelständische Unternehmen relevant sind.

Kernpflicht seit 2. August 2026

Artikel 4 — AI Literacy

Anbieter und Betreiber von KI-Systemen müssen sicherstellen, dass ihr Personal und andere Personen, die in ihrem Auftrag mit KI-Systemen umgehen, über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügen.

Das gilt unabhängig von der Unternehmensgröße und greift schon bei der bloßen Nutzung von Werkzeugen wie ChatGPT, Copilot oder Gemini im Arbeitsalltag.

Risikoklassen

Vier Stufen, vier Pflichtprofile

Verbotene KI-Praktiken

Verboten

Social Scoring, manipulative KI, ungezielte Gesichtserkennung im öffentlichen Raum, emotionale Überwachung am Arbeitsplatz.

Hochrisiko-KI

Streng reguliert

KI in kritischen Infrastrukturen, Bildung, Personalauswahl, Bonitätsbewertung oder medizinischen Geräten — mit umfangreichen Dokumentations- und Aufsichtspflichten.

Transparenzpflichten

Kennzeichnungspflicht

Chatbots, Deepfakes und synthetische Inhalte müssen als solche erkennbar sein. Betrifft nahezu jedes Unternehmen, das generative KI einsetzt.

Minimales Risiko

Frei nutzbar

Spam-Filter, KI in Videospielen oder Empfehlungsalgorithmen — keine besonderen Pflichten außer AI Literacy nach Art. 4.

Was passiert bei Verstößen?

Sanktionen

35 Mio €
oder 7% des Umsatzes

Bei Verstoß gegen verbotene KI-Praktiken (Art. 5).

15 Mio €
oder 3% des Umsatzes

Bei Verstoß gegen sonstige Pflichten (u.a. Hochrisiko-KI, Transparenz).

7,5 Mio €
oder 1% des Umsatzes

Bei Bereitstellung falscher Informationen an Behörden.